Pilze auf Kaffeesatz züchten: Hier treffen sich Recycling und Schlemmen

Pilze auf Kaffeesatz züchten: Hier treffen sich Recycling und Schlemmen

Von den guten Dingen, die die Natur uns schenkt, sollten wir nichts wegwerfen. Mit etwas Einsatz und Erfindungsgeist kann alles wiederverwendet, kreativ und umweltfreundlich genutzt werden. Nicht einmal der Kaffee ist hiervon ausgenommen; dieser kann nach seiner Verwendung zum idealen Nährboden für die Zucht von essbaren Pilzen werden. Und so geht es

Kaffeesatz kommt bereits ziemlich häufig in Kosmetika zum Einsatz: Freunde der schlanken Linie, gnadenlose Feinde der Cellulitis und Fans von dunklen Haarfarben – Kaffeesatz wird auf vielerlei Art und Weise wiederverwertet und verfügt über zahlreiche wohltuende Eigenschaften. Vor wenigen Jahren kam eine Recyclingmöglichkeit für Schlemmer hinzu: Kaffeesatz ist ein sehr guter Nährboden für essbare Pilze. Von der Espressotasse zum Risotto, könnte man sagen!

Eine Idee aus dem fernen Orient

Die Idee stammt eigentlich von einem chinesischen Pilzexperten, der sie vor mehr als 20 Jahren ausarbeitete. In jüngerer Zeit sind hingegen Start-ups entstanden, die auf diese kostensparende Bio-Anbauart setzen und einige Unternehmen verkaufen entsprechende gebrauchsfertige Kits.

Warum gerade der Kaffeesatz?

Welche Eigenschaften machen den Kaffeesatz zu einem idealen Nährboden für Pilze? Allem voran ist er aufgrund der hohen Temperaturen beim Kaffeemachen steril, Schimmel und Bakterien haben bei richtiger Aufbewahrung des Satzes keinen Spielraum. Überdies ist der Kaffeesatz reich an Nährstoffen, die für das Wachstum der Pilze wichtig sind: Phosphor, Stickstoff und Zellulose sowie ein saurer pH-Wert sind für die Zucht verschiedener Pilzsorten geeignet, insbesondere den unkompliziert zu züchtenden Seitling (Pleurotos).

Alles Nötige für die Pilzzucht in den eigenen vier Wänden

Wenige Dinge sind für die Pilzzucht daheim nötig: Eine dunkle, reißfeste Plastiktüte, eine hölzerne Obstkiste, Myzelien – sprich die fadenförmigen Zellen des Pilzes, den man züchten will, und natürlich Kaffeesatz in Raumtemperatur.

So wird es eine gute Ernte

Zuerst wird die dunkle Plastiktüte in die Obstkiste gelegt und dann kommen abwechselnd Kaffeesatz und Myzelien hinein, alles locker und luftig. Abschließend wird die Tüte verschlossen und für die Dauer der Inkubationszeit an einen dunklen und frischen Ort gestellt. Nach ein paar Tagen wird der Inhalt weißlich und duftet angenehm nach Pilzen. Die Tüte muss nun mit Schnitten versehen und alles ins Freie gestellt werden (kein direktes Sonnenlicht, 15 bis 20 Grad). Ca. drei Wochen später kann die frisch duftende erste Ernte eingefahren werden. Wenn der Produktionszyklus beendet ist, können wir den Kaffeesatz als Blumendünger für sauerliebende Pflanzen weiterverwenden, etwa Azaleen, Hortensien und Rhododendron, oder auch als Kompost für den Gemüsegarten.

Kaffee versetzt uns mit seiner Vielseitigkeit und seinen unzähligen Einsatzmöglichkeiten immer wieder in Erstaunen. Hast du jemals daran gedacht, zuhause Pilze zu züchten? Hast du dafür schon mal Kaffeesatz verwendet? Teile deine Erfahrung mit uns!

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