Thursday 5 July 2018
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Biologisch abbaubar oder kompostierbar? Die Unterschiede

Biologisch abbaubar und kompostierbar, zwei Begriffe, die längst fester Bestandteil unseres Vokabulars sind. Aber kennen wir deren Bedeutung auch genau? Sind das Synonyme oder stehen unterschiedliche Konzepte dahinter? Wir wollen es gemeinsam herausfinden!

 

Biologico and organico in Italy — let’s bring some clarity

Das Thema Umweltverträglichkeit nimmt in unserem Leben einen immer größeren Raum ein und beeinflusst unser Verhalten zu einem besseren hin. Aber nicht immer ist uns völlig klar, was hinter den Begriffen steht, die wir vielleicht sogar täglich benutzen. Das ist wahrscheinlich bei biologisch abbaubar und kompostierbar der Fall, denn oft wird fälschlicherweise vermutet, dass die Wörter die gleiche Bedeutung haben. Es handelt sich aber nicht um Synonyme. Machen wir einen ersten Schritt und tauchen damit ein in das Thema Umweltschutz!

 

Biologisch abbaubar

Man nennt jene organischen Materialien biologisch abbaubar, die von natürlichen Mikroorganismen in einfachere Stoffe gespalten werden können, bis hin zu Wasser, Methan und Kohlenwasserstoff. Es handelt sich um einen natürlichen Kreislauf, der innerhalb einer geschlossenen Kette einfache Moleküle, die Pflanzenwelt sowie Gras- und Fleischfresser umfasst: Die Energie der Sonne und aus der Atmosphäre wird von Gruppe zu Gruppe weitergereicht und geht mit dem Tod des letzten Elementes in der Kette an die Atmosphäre und die Erde über.

 

In industriellen Prozessen biologisch abbaubar

Die beschriebene Kette kann auch in industriellen Prozessen ablaufen und zum kontrollierten Abbau von organischem Abfall genutzt werden. Alles, was einen vollständig natürlichen Ursprung hat, vom Holz zum Papier, vom Gewebe zum Leder, ist biologisch abbaubar. Die Zeiten für die Abbaubarkeit variieren jedoch stark. Gemäß der EU-Norm kann eine Verpackung allerdings nur „biologisch abbaubar“ genannt werden, wenn der Abbau zu 90 Prozent innerhalb von sechs Monaten stattfindet.

 

Kompostierbarkeit

Es werden jene organischen Stoffe als kompostierbar bezeichnet, die im Rahmen des Prozesses der Kompostierung in Kompost verwandelt werden. Kompost ist also nichts anderes als das Ergebnis eines entsprechend bereinigten und stabilisierten biologischen Abbaus von organischem Abfall. Der so entstandene reife Kompost sieht aus wie dunkler Humus und ist sehr reich an für den Anbau nützlichen Nährstoffen. In der Landwirtschaft wird er als natürlicher Dünger verwendet, auch im Biolandbau. „Kompostierbar“ ist ein Produkt laut EU-Norm nur dann, wenn es sich innerhalb von nur drei Monaten biologisch abbaut.

 

Im Alltag

Es ist für unser alltägliches Leben wichtig, den Unterschied zwischen biologisch abbaubar und kompostierbar zu kennen, zu wissen, dass Produkte, auf deren Etikett „biologisch abbaubar“ steht, nicht in die Biotonne gehören – denn dort dürfen eben nur kompostierbare Produkte hinein. Plastiktüten eigenen sich folglich nicht, um Speisereste und Bioabfälle zu sammeln, selbst wenn es sich um biologisch abbaubares Plastik handelt! Der Kaffeeliebhaber hingegen wird gerne hören, dass er auf den Genuss eines guten Kaffees aus der Kapsel und den gebotenen Komfort nicht verzichten muss und sich dennoch umweltverträglich verhalten kann. Es genügt, die Kapseln der letzten Generation zu wählen. Diese sind vollständig kompostierbar und werden nach Gebrauch im Restmüll entsorgt. So bereitet die Kaffeepause ganz einfach noch mehr Vergnügen.

Die Umwelt zu schützen ist eine Notwendigkeit und neben der gesellschaftlichen längst eine individuelle Aufgabe. Alltägliche kleine Gesten können zu einer besseren Zukunft führen: Sich für einen Kaffee zu entscheiden war noch nie so umweltfreundlich.